Standard-Box
Eigene Lektionen anlegen, Lernfach und Wiederholungen einstellen und den Weg jeder Karte zwischen den Fächern sichtbar verfolgen.
Belleten ist eine mobile Lern-App, die dir hilft, Gelerntes in zunehmend größeren Abständen zu wiederholen und langfristig zu behalten.
Der deutsche Psychologe Hermann Ebbinghaus gehörte zu den ersten Wissenschaftlern, die systematisch untersuchten, wie Gelerntes im Laufe der Zeit vergessen wird. Seine 1885 veröffentlichten Versuche zeigten: Neu gelernte und nicht wiederholte Informationen gehen besonders in den ersten Stunden und Tagen rasch verloren; danach verlangsamt sich das Vergessen. Dieser Verlauf ist heute als Vergessenskurve bekannt.
Vergessen ist kein Fehler unseres Gedächtnisses. Unser Gehirn arbeitet nicht wie ein Speicher, der jede Begegnung mit einer Information lebenslang aufbewahrt. Täglich trifft eine gewaltige Menge an Eindrücken ein, und das Gehirn muss fortwährend unterscheiden, was davon wichtig ist.
Wird eine Information nicht gebraucht, nicht erinnert und nicht mit anderem Wissen verbunden, kann die Gedächtnisspur, über die wir sie erreichen, allmählich schwächer werden. Informationen, die wiederholt gebraucht, erinnert, verstanden oder als persönlich wichtig erlebt werden, bleiben dagegen stärker erhalten.
Deshalb bedeutet etwas einmal gelernt zu haben noch nicht, es dauerhaft zu behalten. Eine Antwort, die uns heute mühelos einfällt, kann nach einigen Wochen oder Monaten verschwunden sein. Die eigentliche Aufgabe nachhaltigen Lernens besteht somit nicht nur darin, etwas heute zu wissen, sondern es auch nach längerer Zeit noch erinnern zu können.
Damit Wissen lange erhalten bleibt, muss es wiederholt werden. Es ist jedoch wirksamer, Wiederholungen über die Zeit zu verteilen, als denselben Stoff kurz hintereinander durchzugehen. Je sicherer eine Information erinnert wird, desto größer dürfen die Abstände werden. So geht weniger Zeit für bereits gut beherrschten Stoff verloren, während unsichere Inhalte häufiger bearbeitet werden.
Auch die Art der Wiederholung ist wichtig. Eine Antwort immer wieder zu lesen bedeutet nicht unbedingt, dass wir sie selbst finden können. Solange sie vor unseren Augen steht, wirkt sie vertraut; als Frage gestellt, fällt sie uns womöglich dennoch nicht ein. Daher ist es hilfreich, vor dem Aufdecken der Antwort einige Sekunden nachzudenken und das, was uns eingefallen ist, anschließend mit der richtigen Antwort zu vergleichen.
Nicht jede Information benötigt gleich viel Lernzeit. Was uns leicht einfällt, kann seltener wiederholt werden; was uns Schwierigkeiten bereitet, sollte häufiger zurückkehren.
Sebastian Leitner (1919–1989) war ein deutscher Journalist und Wissenschaftspublizist, der sich mit Lernen und Gedächtnis beschäftigte. Heute ist sein Name vor allem mit dem von ihm entwickelten Leitner-Lernsystem verbunden.
In seinem 1972 erschienenen Buch So lernt man lernen beschrieb Leitner eine sehr einfache und dennoch wirkungsvolle Methode: einen in Fächer geteilten Kasten und Lernkarten, auf deren Vorderseite eine Frage und auf deren Rückseite die Antwort steht.
Neue Karten beginnen im ersten Fach. Eine richtig beantwortete Karte wandert in das nächste Fach; eine falsch beantwortete kehrt in das erste Fach zurück. Da die Fächer zunehmend mehr Karten aufnehmen, vergeht bis zur nächsten Abfrage einer aufgestiegenen Karte immer mehr Zeit. Schwierige Karten erscheinen deshalb häufiger, sicherer gewordene Karten dagegen in zunehmend größeren Abständen.
Das Besondere daran: Es ist keine komplizierte Berechnung nötig. Der Platz einer Karte im Kasten bestimmt von selbst, welches Wissen wann wieder bearbeitet werden soll.
Belleten überträgt Leitners Lernkarteikasten in die digitale Umgebung und bewahrt sein Grundprinzip. Du kannst verfolgen, aus welchem Fach eine Karte kommt und in welches Fach sie nach deiner Antwort eingeordnet wird.
Beim Anlegen einer neuen Box bestimmst du die Kapazität des Lernfachs. Dieser mit K bezeichnete Wert legt nicht nur fest, wie viele Karten das Lernfach enthält, sondern auch die Kapazitäten der folgenden Wiederholungsfächer und die Zahl der Karten in einem Lerndurchgang. Da jedes Fach mehr Karten aufnimmt als das vorherige, wachsen die Wiederholungsabstände mit dem Aufstieg der Karten.
Auch die Anzahl der Wiederholungsfächer legst du selbst fest. Für langfristiges Lernen werden vier Wiederholungen empfohlen. Bereitest du dich auf eine baldige Prüfung vor, kannst du mit weniger Wiederholungsfächern die Dauer an dein Lernziel anpassen.
Ob deine Antwort als gewusst gilt, entscheidest du selbst. Du siehst zunächst die Frage, denkst einige Sekunden nach und vergleichst deine Antwort dann mit der aufgedeckten Lösung. Deine Entscheidung Gewusst oder Nicht gewusst bestimmt den neuen Platz der Karte. Fällt dir etwas nicht ein, brauchst du dich nicht zu ärgern: Manche Fragen sind harte Brocken und dürfen so oft wiederkommen, wie es nötig ist.
Belleten soll dir nicht nur helfen, eine Frage heute richtig zu beantworten. Es bringt sie in zunehmend größeren Abständen zurück, damit du das Gelernte auch nach langer Zeit noch erinnern und behalten kannst. Darauf verweist schon der Name: Das türkische Verb bellemek bedeutet, etwas zu lernen und im Gedächtnis zu behalten; Belleten ist sinngemäß das, was einprägt oder beim Einprägen hilft.
Belleten bietet dafür zwei unterschiedliche Lernformen:
Eigene Lektionen anlegen, Lernfach und Wiederholungen einstellen und den Weg jeder Karte zwischen den Fächern sichtbar verfolgen.
Eine vierreihige Arbeitsweise für wenige, kurze und besonders schwierige Lerninhalte. Belleten setzt damit die von Sebastian Leitner beschriebene „Lernpatience“ digital um.
Neu: Karten leichter vorbereiten
Belleten erleichtert es, aus einem eigenen Text mithilfe einer KI kurze Frage-Antwort-Karten zu erstellen. Du kannst dafür einen KI-Dienst deiner Wahl verwenden; Belleten ist an keinen bestimmten Anbieter gebunden.
Wichtig: Eine KI kann sachliche Fehler machen oder Antworten zu lang formulieren. Kontrolliere die Karten deshalb vor dem Import in der Vorschau und möglichst auch anhand des Ausgangstextes.